Ein Jahr TikTok & Discofox – ein ehrlicher Erfahrungsbericht
Kunde
Erfahrungsbericht: Social Media
Ausgangsidee
Irgendwann im Jahr 2022 hatte ich einen einfachen Gedanken:
Ich möchte einfach mal Content auf TikTok posten – um zu sehen, wie schnell man Reichweite und Follower aufbauen kann, was wirklich möglich ist und wie diese Plattform funktioniert.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit TikTok praktisch nichts zu tun, wusste aber, dass sehr viele Menschen – gerade jüngere und viele in meinem Alter – die Plattform intensiv nutzen. Da ich langfristig im Bereich Social Media & digitales Marketing arbeiten wollte, erschien mir ein praktisches Experiment sinnvoller als jede Theorie.
Der Start: von 0 auf … irgendwas
Ich startete komplett bei null – ohne Follower, ohne Plattform-Erfahrung, ohne klare Erwartungen.
Anfangs wollte ich eigentlich mehr in die Kamera sprechen und meine Meinung teilen. Doch nachdem ich mein erstes Discofox-Tanzvideo hochgeladen hatte, wurde schnell klar: Hier liegt Potenzial.
Discofox traf offenbar eine Nische, die größer war, als ich erwartet hatte – und vor allem eine, die auf TikTok sehr gut funktionierte.
Umsetzung & Arbeitsweise
Über rund ein Jahr (2022–2023) habe ich den Account „corni_online“ aktiv betrieben.
Content-Formate:
Discofox-Tanzvideos
Tutorials
Paarvideos
Posting-Frequenz:
Anfangs 2× täglich
Später eher 3× pro Woche
Der Zeitaufwand lag im Schnitt bei 1,5–2 Stunden pro Tag – für Filmen, Schneiden, Posten, Kommentare beantworten.
Ich habe dabei bewusst mit allem gearbeitet, was TikTok anbietet:
Hooks, Trends, Sounds, Hashtags, Posting-Zeiten – nicht perfekt, aber bewusst.
Zahlen & Ergebnisse
Nach rund einem Jahr:
15.000+ Follower
3 Videos mit über 1 Mio. Views
mehrere Videos mit 100.000+ Aufrufen
Besonders in der Phase mit 2 täglichen Uploads war das Wachstum am stärksten.
Mein viralstes Video erreichte fast 2 Millionen Aufrufe – ein surrealer Moment. Menschen sprachen mich darauf an, die gar nicht wussten, dass ich TikTok mache.
Was ich über TikTok gelernt habe
Eine der wichtigsten Erkenntnisse:
TikTok interessiert sich nicht für Followerzahlen – sondern für Inhalte.
Ein gutes Video funktioniert auch ohne Reichweite. Entscheidend sind:
ein starker Hook in den ersten Sekunden
Relevanz für die Zielgruppe
und vor allem Konsistenz
Reichweite ist kein einzelner viraler Moment, sondern das Ergebnis von Wochen und Monaten kontinuierlicher Arbeit.
Überrascht hat mich vor allem, wie groß das Interesse an Discofox tatsächlich ist – eine Nische, die offline bekannt, online aber deutlich unterschätzt wird.
Psychologische Seite
Anfangs war alles sehr leicht und spaßgetrieben.
Mit der Zeit beginnt man jedoch unweigerlich, auf Zahlen zu schauen: Views, Likes, Follower.
Negatives Feedback gab es – wie überall – aber ich habe versucht, alles mit Humor zu nehmen und auf Kommentare möglichst offen zu reagieren. Frust oder Zweifel hielten sich in Grenzen, aber der mentale Fokus verschiebt sich, je länger man dabei ist.
Warum ich aufgehört habe
Irgendwann wurden andere Dinge wichtiger.
Mein Fokus verlagerte sich stärker auf Webdesign und berufliche Projekte, und das Interesse an der Plattform nahm ab. Es war kein harter Bruch – eher ein langsames Auslaufen.
Rückblickend war der entscheidende Punkt:
Social Media funktioniert nur, wenn man bereit ist, langfristig dranzubleiben.
Reflexion: Was bleibt?
Ich würde es jederzeit wieder machen – mit gutem Grund und klarer Zielsetzung.
Zum Beispiel für:
ein ehrenamtliches Projekt
ein Unternehmen
oder eine klar definierte Marke
Heute würde ich strukturierter starten:
klarer Redaktionsplan
langfristige Themen
weniger spontane Inhalte
Übertragbare Learnings für Marketing
Social Media ist lernbar
Konsistenz schlägt Talent
Es gibt keine schnelle Lösung
Reichweite entsteht durch Nischenverständnis
Wer ernsthaft starten will, sollte bereit sein, mindestens 1 Jahr, besser 3–5 Jahre, konsequent dranzubleiben
Social Media ist eines der mächtigsten Werkzeuge, die es aktuell gibt – aber nur für diejenigen, die bereit sind, Zeit, Fokus und Ausdauer zu investieren.
Fazit
Dieses Jahr TikTok war kein Selbstzweck.
Es war ein Praxisexperiment, das mir mehr über Aufmerksamkeit, Inhalte und Menschen beigebracht hat als viele theoretische Konzepte.
Nicht alles muss man weiterverfolgen – aber alles, was man bewusst ausprobiert, hinterlässt wertvolle Erkenntnisse.
Enthaltene Leistungen







